Persönliches

Hier wird es nun persönlich.

Auf dieser Seite erzähle ich euch etwas ausführlicher von mir, meinen Hobbies und meiner Tätigkeit als Autorin. Eine kurze Vita und ein verwendbares Pressefoto findet ihr hier.

(c) privat, Verwendung nur nach Rücksprache

Ich bin Elea, meine Pronomen sind sie/ihr, ich bin Psychologin, Wissenschaftlerin, Fantasy-Autorin und Rollenspielerin. Ich bin queer und betrachte mich am ehesten als demi-ace und demi-romantisch, das passende Label habe ich aber noch nicht gefunden.

Als Tochter zweier Lehrkräfte kam ich schon früh mit phantastischer Literatur in Berührung. Ronja Räubertochter und Jim Knopf begleiteten mich durch meine Kindheit und weckten den Wunsch, meine eigenen Welten und Figuren zum Leben zu erwecken. Schon im Kindergarten fanden die ersten eigenen Geschichten einen Weg aufs Papier, von denen die meisten – zum Glück – in der Schublade blieben.

Während meiner Schulzeit entstanden unzählige, heute zurecht vergessene Romanfragmente, die stark geprägt waren von dem, was ich damals las: erst Portal Fantasy, später romantische Fantasy und zuletzt klassischer Teenie-Horror. Das Schreiben hatte mich, mit Haut und Haaren. Ich kann mich sogar erinnern, einmal ein Manuskript an den Heyne Verlag geschickt zu haben, zu dem – überraschenderweise 😉 – nie ein Feedback kam.

Während des Studiums habe ich begonnen, das Schreiben zu professionalisieren und mich zu vernetzen. Dabei hat mir insbesondere das Forum des Tintenzirkel Fantasyautorenkreis sehr geholfen. Im NanoWriMo 2015 schrieb ich im Tintenzirkel den ersten Entwurf zu „Opfermond“, der 2017 mein Roman-Debüt wurde und im Mantikore-Verlag erschien.

Rollenspiel & Psychologie

Seit vielen Jahren bin ich passionierte Pen-and-Paper- und Live-Rollenspielerin. Meine „Einstiegsdroge“ war, wie bei so vielen, Das schwarze Auge, und ich spiele es heute noch (meistens in einer modifizierten Fassung der Version 4.0). Später kamen dann Shadowrun 2.0 (retro, ich weiß), Call of Cthulhu, Vampire the Masquerade und auch weniger bekannte Systeme hinzu. Ich experimentiere gern und teste neue Rollenspielsysteme aus. Insgesamt bin ich im Rollenspiel eine Cineastin: Atmosphäre und intensives Charakterspiel sind mir persönlich wichtiger als Zahlen und Würfelergebnisse. Ich will vor allem tolle Geschichten erleben und mich darin fallen lassen können. Bisweilen leite ich auch selbst oder schreibe Szenarien (ein paar findest du hier).

Pen & Paper Rollenspiel, CC BY-NC-ND

Im LARP spiele ich klassisches Fantasy (u.a. DSA-LARP), aber auch Vampire Live oder Cthulhu, wobei ich eher auf kleinen Cons unterwegs bin. Ich liebe es, mich dabei in extreme, auch emotionale Situationen zu involvieren und meine Grenzen auszutesten. Aber auch harmonisches, entspanntes Lagerspiel mit Musik, Gesang und gutem Essen macht mir viel Spaß.

Beim Entwickeln meiner Charaktere helfen mir sicher auch meine Erfahrungen aus dem Psychologiestudium, das ich 2014 mit einem Master (Schwerpunkt Entwicklungs- und Rechtspsychologie) abgeschlossen habe. In meinem Brotjob an der Uni beschäftige ich mich vorrangig mit Strafätern, über deren Behandlung ich meine Doktorarbeit schreibe. Seit Herbst 2020 arbeite ich in der psychologisch-forensischen Begutachtung und befasse mich dabei intensiv mit der Lebensgeschichte verschiedener Menschen.

Genremix & komplexe Charaktere

Meine literarischen und schreiberischen Interessen liegen vor allem im Bereich Low Fantasy, Thriller, Horror und Mystery bewegen, wobei ich gerne auch Ausflüge in andere Subgenres der Phantastik unternehmen. Authentische, vielschichtige Charaktere sind mir dabei ebenso wichtig wie spannungsgeladene Plots, die den Leser atemlos zurücklassen. Der Fokus liegt aber eindeutig auf den Charakteren, ihren Beziehungen und Entwicklungen. Ich mag es, Genres zu mischen, mit verschiedenen Elementen zu spielen und sie zu kombinieren. Je vielfältiger, desto besser.

Ich schrecke auch nicht vor schwierigen oder unangenehmen Themen zurück und thematisiere sie häufig in meinen Romanen oder Kurzgeschichten. Darunter fallen auch Themen wie Diskriminierung, Verfolgung und Rassismus ebenso wie Selbstjustiz, Gewalt und Krieg. Dabei ist mir die Perspektive Betroffener immer wichtig, deswegen arbeite ich auch mit Sensitivity Readern zusammen. Einige meiner Geschichten sind aber auch positiv und humorvoll, die Abwechslung ist es, die mich reizt.

Mittlerweile habe ich schon rund ein Dutzend Kurzgeschichten und fünf Romane veröffentlicht. Eine Bilanz, auf die ich sehr stolz bin.

Autorinnenalltag

Mittlerweile arbeite ich 35 Stunden die Woche in meinem Brotjob, d. h. für das Schreiben ist vor allem am den Abenden oder am Wochenende Zeit.

Am liebsten schreibe ich zuhause in meinem hellen Arbeitszimmer mit einer Tasse Tee oder Milchkaffee. Alternativ schreibe ich auch sehr gerne im Zug: kein WLAN, keine Ablenkung und nette Landschaft vor dem Fenster. Außerdem ist die deutsche Bahn immer für etwas Extra-Schreibzeit gut.

Mein Arbeitsplatz, CC BY-NC-ND

Zum Plotten, Schreiben und Überarbeiten nutze ich verschiedene Programme, springe je nach Bedarf zwischen Scrivener, Word und Papyrus hin und her.

Auch Mindmapping-Programme nutze ich persönlich gerne, manchmal auch einfach Notizbüchlein oder ein großes DIN-A4-Blatt. Der Austausch mit anderen Schreibenden gibt mir zudem sehr viel und hilft mir, mich weiterzuentwickeln. Ich habe mittlerweile ein großartiges Netzwerk aus Autor*innen gefunden, in dem ich immer Unterstützung und Ansprache finde, dafür bin ich sehr dankbar.

Ich bin politisch, und das ist gut so

Auch wenn meine Romane durchweg in den Bereich der „Unterhaltsliteratur“ fallen, gibt es zahlreiche gesellschaftliche Themen, die mir als Autorin wichtig sind. Diese versuche ich nicht nur in meinen Werken umzusetzen, sondern ich engagiere mich auch online für intersektionalen Feminismus, Inklusion, Antirassismus und gegen jede Diskriminierung. Die Phantastik gilt zurecht als ein Spiegel unserer Gesellschaft und es liegt in unserer Verantwortung, uns Gedanken über die Wirkung unserer Texte und die verarbeiteten Elemente zu machen – gerade wenn das Ziel primär die Unterhaltung ist.

Insbesondere gilt das für das Thema „Diversität“. Die Phantastik-Literatur ist nach wie vor stark von westlich-europäischen Standards, weißen, nicht-behinderten Figuren und Heteronormativität geprägt, d.h. queere Charaktere, (Black) People of Color, Figuren mit Behinderungen oder selbst komplexe Frauenfiguren trifft man nach wie vor nur selten an, auch wenn sich die Fantasy und Science Fiction langsam weiterentwickelt. Dabei bietet gerade die Phantastik unzählige Möglichkeiten, Vielfalt abzubilden und Repräsentation für alle Arten von Menschen zu schaffen. Empathie, Feingefühl, Recherche, aber vor allem der Kontakt zu Betroffenen sind dabei wichtige Bausteine. Auch die Unterstützung von Own-Voice-Autor*innen liegt mir persönlich am Herzen, denn niemand kann Geschichten authentischer erzählen als jene, die sie erlebt haben.

Habt ihr noch Fragen? Wollt ihr mehr über mich oder mein Schreiben wissen? Fragt einfach, ich antworte gerne.


Auswahl von Blogbeiträgen zu wichtigen Themen

Juni 2020: Aber eigentlich sind sie ganz nett. Über Konsens und Konventionen in (romantischer) Literatur.

Juni 2020: All heroes must die. Ein Gastbeitrag bei Queerwelten über Held*innenverehrung und den kritischen Umgang mit Idolen.

August 2019: Wiki(pedia) und die sturen Männer. Ein Gastbeitrag bei Feminismus oder Schlägerei zum Gender und Racial Bias auf Wikipedia.

Mai 2019: Fantastisch politisch? Wie (un-)politisch ist phantastische Literatur?

Mai 2019: Von Zwangsjacken und anderen Mythen. Klischees und Halbwahrheiten über Psychiatrie und Psychotherapie in der Literatur.

April 2019: Mythbusting: Triggerwarnungen in Büchern

Februar 2018: Guilty Pleasure oder Gesellschaftsproblem? Romantisierung von Missbrauchsbeziehungen in der Literatur

August 2017: Dein Manuskript in guten Händen. Wie erkenne ich einen seriösen Verlag?

Mai 2017: Depressive Drachentöter. Psychische Störungen in der phantastischen Literatur