Persönliches

Hier wird es nun persönlich.

Auf dieser Seite erzähle ich euch etwas ausführlicher von mir, meinen Hobbies und meiner Tätigkeit als Autorin. Eine kurze Vita und ein verwendbares Pressefoto findet ihr hier.

by Elea Brandt, CC BY-NC-ND

Als Tochter zweier Deutschlehrer kam ich schon früh mit phantastischer Literatur in Berührung. Ronja Räubertochter, Jim Knopf und Harry Potter begleiteten mich durch meine Kindheit und weckten den Wunsch, meine eigenen Welten und Figuren zum Leben zu erwecken. Schon im Kindergarten fanden die ersten eigenen Geschichten einen Weg aufs Papier, von denen die meisten – zum Glück – in der Schublade blieben.

Während meiner Schulzeit entstanden unzählige, heute zurecht vergessene Romanfragmente, darunter ein Roman, der sich wohl ganz gut als Harry-Potter-Fanfiction gemacht hätte, romantische Fantasy und klassischer Teenie-Horror. Das Schreiben hatte mich, mit Haut und Haaren. Ich kann mich sogar erinnern, einmal ein Manuskript an den Heyne Verlag geschickt zu haben, zu dem – überraschenderweise 😉 – nie ein Feedback kam.

Rollenspiel & Psychologie

Seit mittlerweile 12 Jahren bin ich passionierte Pen-and-Paper- und Live-Rollenspielerin. Meine Einstiegsdroge war, wie bei so vielen, Das schwarze Auge, und ich spiele es heute noch gerne (allerdings in der Version 4.0). Später kamen dann Shadowrun 2.0 (retro, ich weiß), Cthulhu und auch weniger bekannte Systeme hinzu. Ich experimentiere gern und teste neue Rollenspielsysteme aus. Insgesamt bin ich eher die Erzählspielerin: Atmosphäre und intensives Charakterspiel sind mir persönlich wichtiger als Zahlen und Würfelergebnisse. Ich will vor allem tolle Geschichten erleben und mich darin fallen lassen können. Bisweilen leite ich auch selbst oder schreibe Szenarien (ein paar findest du hier).

Pen & Paper Rollenspiel, CC BY-NC-ND

Im LARP spiele ich klassisches Fantasy (u.a. DSA-LARP), aber auch Vampire Live oder Cthulhu, wobei ich eher auf kleinen Cons unterwegs bin. Ich liebe es, mich dabei in extreme, auch emotionale Situationen zu involvieren und meine Grenzen auszutesten. Aber auch harmonisches, entspanntes Lagerspiel mit Musik, Gesang und gutem Essen macht mir viel Spaß.

Beim Entwickeln meiner Charaktere helfen mir sicher auch meine Erfahrungen aus dem Psychologiestudium, das ich 2014 mit einem Master (Schwerpunkt Entwicklungs- und Rechtspsychologie) abgeschlossen habe. In meinem Brotjob an der Uni beschäftige ich mich vorrangig mit gefährlichen Strafätern, über deren Behandlung ich meine Doktorarbeit schreibe. Menschliche Abgründe sind mir demnach auch im wahren Leben vertraut, wenn auch nur im Job.

Genremix & komplexe Charaktere

Es überrascht also nicht, dass sich meine literarischen und schreiberischen Interessen vor allem im Bereich Low Fantasy, Thriller, Horror und Mystery bewegen, wobei ich gerne auch Ausflüge in andere Subgenres der Phantastik unternehmen. Authentische, vielschichtige Charaktere sind mir dabei ebenso wichtig wie spannungsgeladene Plots, die den Leser atemlos zurücklassen. Ich mag es, Genres zu mischen, mit verschiedenen Elementen zu spielen und sie zu kombinieren. Je vielfältiger, desto besser.

Ich schrecke auch nicht vor schwierigen oder unangenehmen Themen zurück und thematisiere sie häufig in meinen Romanen oder Kurzgeschichten. Darunter fallen gesellschaftliche Tabus wie Diskriminierung, Verfolgung und Rassismus ebenso wie Selbstjustiz, Gewalt und Krieg. Einige meiner Geschichten sind aber auch positiv und humorvoll, die Abwechslung ist es, die mich reizt.

Mittlerweile habe ich schon rund ein Dutzend Kurzgeschichten und drei Romane veröffentlicht. Eine Bilanz, auf die ich sehr stolz bin.

Autorinnenalltag

Mittlerweile arbeite ich 30 Stunden die Woche in meinem Brotjob, d. h. für das Schreiben ist vor allem am den Abenden oder am Wochenende Zeit.

Am liebsten schreibe ich zuhause in meinem hellen Arbeitszimmer mit einer Tasse Tee oder Milchkaffee. Alternativ schreibe ich auch sehr gerne im Zug: kein WLAN, keine Ablenkung und nette Landschaft vor dem Fenster. Außerdem ist die deutsche Bahn immer für etwas Extra-Schreibzeit gut.

Mein Arbeitsplatz, CC BY-NC-ND

Zum Plotten, Schreiben und Überarbeiten nutze ich verschiedene Programme, springe je nach Bedarf zwischen Scrivener, Word und Papyrus hin und her.

Auch Mindmapping-Programme nutze ich persönlich gerne, manchmal auch einfach Notizbüchlein oder ein großes DIN-A4-Blatt. Der Austausch mit anderen Autoren gibt mir zudem sehr viel und hilft mir, mich weiterzuentwickeln. Vor allem im Tintenzirkel-Fantasyautorenkreis und finde ich immer wieder Antworten, Inspiration und Unterstützung bei meiner literarischen Reise. Seit 2017 bin ich außerdem Mitglied im Phantastik-Autoren-Netzwerk PAN und hoffe, dass wir gemeinsam die Phantastikszene noch besser vernetzen und in den Fokus der Öffentlichkeit rücken können.

Ich bin politisch, und das ist gut so

Auch wenn meine Romane durchweg in den Bereich der Unterhaltsliteratur fallen, gibt es zahlreiche gesellschaftliche Themen, die mir als Autorin wichtig sind. Diese versuche ich nicht nur in meinen Werken umzusetzen, sonderen ich engagiere mich auch online für Feminismus, Diversität, Antirassismus und gegen jede Diskriminierung. Die Phantastik gilt zurecht als ein Spiegel unserer Gesellschaft und es liegt in der Verantwortung der Autorinnen und Autoren, sich Gedanken über die Wirkung ihrer Texte und die verarbeiteten Elemente zu machen – auch wenn das Ziel primär die Unterhaltung ist.

Insbesondere gilt das für das Thema „Diversität“. Die Phantastik-Literatur ist nach wie vor stark von westlich-europäischen Standards, kaukasisch aussehenden Figuren und Heteronormativität geprägt, d.h. queere Charaktere, People of Color, Figuren mit Behinderungen oder selbst komplexe Frauenfiguren trifft man nach wie vor nur selten an. Dabei bietet gerade die Phantastik unzählige Möglichkeiten, Vielfalt abzubilden und Repräsentation für alle Arten von Menschen zu schaffen. Empathie, Feingefühl, Recherche, aber vor allem der Kontakt zu Betroffenen sind dabei wichtige Bausteine. Auch die Unterstützung von Own-Voice-AutorInnen liegt mir persönlich am Herzen, denn niemand kann Geschichten authentischer erzählen als jene, die sie erlebt haben.

Habt ihr noch Fragen? Wollt ihr mehr über mich oder mein Schreiben wissen? Fragt einfach, ich antworte gerne.


Blogbeiträge, die mir persönlich am Herzen liegen

Mai 2017: Depressive Drachentöter. Psychische Störungen in der phantastischen Literatur

Juni 2017: Von Hybridautoren und dem Sterben der Midlist. Impressionen vom LitCamp 2017

August 2017: Dein Manuskript in guten Händen. Wie erkenne ich einen seriösen Verlag?

Februar 2018: Guilty Pleasure oder Gesellschaftsproblem? Romantisierung von Missbrauchsbeziehungen in der Literatur

April 2019: Mythbusting: Triggerwarnungen in Büchern

Mai 2019: Fantastisch politisch? Wie (un-)politisch ist phantastische Literatur?

Mai 2019: Von Zwangsjacken und anderen Mythen. Klischees und Halbwahrheiten über Psychiatrie und Psychotherapie in der Literatur.

August 2019: Wiki(pedia) und die sturen Männer. Ein Gastbeitrag bei Feminismus oder Schlägerei zum Gender und Racial Bias auf Wikipedia.