Charaktervorstellung Idra, Teil 2

Ein Beitrag zur Opfermond-Release-Woche

Am 11. September erscheint mein Fantasy-Debüt „Opfermond“ als Ebook. Eine Woche lang werden deswegen auf meinem Blog thematisch passende Beiträge erscheinen. Den ersten Teil von Idras Charaktervorstellung findet ihr hier.

Portrait von Idra (schwarz/weiß)

Idra durftet ihr ja gestern schon ein wenig kennen lernen, heute ergänze ich ihren Steckbrief durch eine kleine Szene.

Idra ist ein Kind des Sha-Quai und ist in den staubigen Gassen geboren und aufgewachsen. Sie kennt ihren Teil des Armenviertels nahezu auswendig und manche Ecken bergen alte Erinnerungen.

Aber lest selbst.

Das Haus des Pfandleihers lag ein Stück von der Hurenstraße entfernt, sodass die Gassen in Dunkelheit getaucht waren. Einzig der fahle Mond erhellte die staubigen Straßen. Der Lärm der Betrunkenen und das Grölen der Freier erstarb langsam, machte drückender Stille Platz. Trotzdem verspürte Idra keine Angst, im Gegenteil, es überkam sie ein dumpfes Gefühl von Vertrautheit. Sie wählte den Weg, der am Badehaus vorbeiführte, denn der Duft des Jasminstrauchs, dessen Zweige dort über die Mauer lugten, überdeckte für eine Weile den Mief des Sha-Quai. Nur zwei Straßen weiter lag das Haus, in dem sie aufgewachsen war. Eine Mietskaserne mit winzigen Zimmern, die nach faulem Obst und Rattenscheiße gestunken hatten. Trotzdem erinnerte sich Idra auch an angenehme Gerüche. An den Duft des Linseneintopfs, den ihre Mutter gekocht hatte, wenn sie das Geld dafür erübrigen konnte. Oder an das schwere Räucherwerk, das sie nachts entzündet hatte, um böse Geister und Moskitos fernzuhalten. Und an den Gestank von Eiter und Fäulnis.'Opfermond' von Elea Brandt

Hier ist außerdem der Link zur Facebook-Veranstaltung für die Release-Woche.

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