Von der Traumtänzerin zur Schriftstellerin: Das war 2018

Es ist mal wieder so weit, das Jahr neigt sich dem Ende zu. 2018 war ein enorm turbulentes, anstrengendes, arbeitsintensives Jahr, und ehrlich gesagt spüre ich das jetzt, nach 12 Monaten, sehr intensiv. Ein guter Grund, es 2018 ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Trotzdem möchte ich euch ein wenig von meinem letzten Jahr erzählen und auch ein paar persönliche Worte diesbezüglich loswerden.

Persönliches zu Beginn

Mit meinem Debüt Ende 2017 hat sich einiges verändert. Das Schreiben hat mich viele Jahre begleitet, eigentlich schon seit meiner Kindheit, aber erst seit letztem Jahr ist es für mich zu einer professionellen Tätigkeit herangewachsen. Ich habe intensiv angefangen, mich mit meinen Texten und den Inhalten zu befassen, habe mich deutschlandweit mit anderen Phantastik-Autor*innen vernetzt und mein Marketing über Social-Media ausgebaut. Nun ja, und ganz nebenbei habe ich auch noch zwei Romane veröffentlicht, zwei fertig geschrieben, einen neuen begonnen und ein halbes Dutzend Kurzgeschichten geschrieben. Aus einem charmanten Hobby, das ich aus Spaß an der Freude nebenbei betrieben habe, wurde in den letzten 12 Monaten ein echter (Knochen-)Job, und es dauerte eine ganze Weile, bis ich das realisiert hatte. Da war es dann schon so weit, dass mein Körper nicht mehr mitspielen wollte und ich nur noch gestresst und abgehetzt war.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich liebe es, Autorin zu sein, ich würde sogar sagen, meine Liebe ist im letzten Jahr noch gewachsen. Ich bin in diesem Job angekommen und habe meinen Platz darin gefunden. Aber ich muss auch den Tatsachen ins Auge sehen, dass die Tage des heiteren Sonnenscheins vorbei sind. Dass die Erwartungen gestiegen sind, meine eigenen und die meiner Leser*innen. Dass ich jetzt Verpflichtungen, Deadlines habe, die es einzuhalten gilt. Das alles war im letzten Jahr neu für mich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Für 2019 werde ich einen Gang zurückschalten. Ich will wieder mehr Freude am Schreiben haben, mich darin verlieren können und mir auch mal einen Tag oder zwei gönnen dürfen, an denen ich einfach gar nichts tue und nur meine Freizeit genieße. Ehrlich, so was wie Freizeit hatte ich im letzten halben Jahr kaum. Mein Zeitmanagement muss effizienter werden und muss auch Ruhephasen einschließen. Das sind meine guten Vorsätze fürs neue Jahr – mehr an mich und meine psychische bzw. physische Gesundheit denken.

Veröffentlichungen

Im letzten Jahr sind zwei neue Romane aus meiner Feder erschienen: „Unter einem Banner“ im Januar und „Sand & Wind“ im Juni. Insbesondere „Unter einem Banner“ hat eine wirklich tolle Resonanz bekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe.  Bisher ist der Roman tatsächlich der erfolgreichste aus meiner Feder (zumindest in Bezug auf die Verkaufszahlen).

Ein dickes Dankeschön an alle Leser*innen, die mich mit dem Kauf eines der Bücher unterstützt haben und auch an alle, die sich die Mühe gemacht haben, eine Rezension zu verfassen. Ihr macht mich wirklich sehr glücklich damit!

Meine Kurzgeschichten möchte ich an dieser Stelle auch nicht unerwähnt lassen. Zur Leipziger Buchmesse sind die „Phantastischen Sportler“ im Verlag Torsten Low erschienen, zu denen ich mit „Teuflische Neun“ eine humorvolle Phantastik-Kurzgeschichte beisteuern durfte. Immer noch eine meine Lieblingsgeschichten, übrigens. Im Machandel-Verlag erschien außerdem die Anthologie „Wer braucht schon einen Dschinn?“ mit modernen Märchen, inspiriert von den Geschichten aus 1001 Nacht. Meine Kurzgeschichte „Der Fischer und die Peri“ ist eine Erzählung aus Zarbahan, wo auch „Sand & Wind“ spielt. Im Herbst ist im Bookspot-Verlag noch die Anthologie „Schattenflammen“ erschienen. Meine darin enthaltene Dark-Fantasy-Kurzgeschichte „Blutzoll“ wurde von den Herausgeber*innen als Siegergeschichte der Ausschreibung prämiert.

Auszeichnungen

Ja, sogar die gab es im vergangenen Jahr. „Opfermond“ wurde im Februar auf Platz 7 der Phantastik-Bestenliste platziert, „Sand & Wind“ erreichte von August bis Oktober sogar drei Platzierungen auf den Plätzen 4 bis 6. Ich bin wahnsinnig stolz auf diese Anerkennung und bedanke mich ganz herzlich bei der Jury. „Opfermond“ wurde zudem für den Deutschen Phantastik nominiert, erreichte dabei aber „nur“ die Longlist. Dafür erreichte der Roman beim Publikumspreis für Eskapismus und Nerdkultur (PEN&P) einen hervorragenden Platz 10. Das kann sich wirklich sehen lassen.

Aktionen & Social Media

Anlässlich der diesjährigen Mondfinsternis konnte ich einige wunderbare Blogger*innen motivieren, eine Aktionswoche zu „Opfermond“ zu initiieren. Dabei sind wirklich tolle, tiefsinnige Beiträge entstanden, die es sich lohnt, zu lesen, unter anderem von Janna (KeJas Blog), Buchdrache und Myna Kaltschnee. Philipp von Nerds gegen Stephan hat sogar ein eigenes Rollenspiel-System ausgearbeitet, das wir auf der Manticon anzocken konnten. Vielen Dank für euren Einsatz, das war eine tolle Woche!

Mindestens ebenso viel Spaß hatte ich bei der Release-Woche zu „Sand & Wind“, einer ausgedehnten Verlobungsfeier, in der sich die teilnehmenden Blogger*innen nicht nur einer Schnitzeljagd widmeten, sondern auch die Stadt Zarbahan, den Palast und seine Bewohner näher unter die Lupe nahmen. Auch dabei sind richtig tolle Beiträge entstanden. Vielen lieben Dank dafür. Danke der großartigen Elif Siebenpfeiffer gibt es sogar passende Charakter-Zeichnungen für die Protagonist*innen.

Ja, und dann gab es ja auch noch die Fantasy-Winterspiele Anfang des Jahres und die Fantasy-Woche im Februar, bei denen ich tolle neue Kontakte knüpfen durfte. „Unter einem Banner“ hat bei den Winderspielen sogar zwei Platzierungen abgeräumt. Das hat mich extrem gefreut.

Lesungen & Messen

Zum ersten Mal war ich dieses Jahr auf der Buchmesse in Leipzig und hatte dort richtig tolle, erfüllte Tage mit vielen Kolleg*innen, Blogger*innen und Büchern. Definitiv eine Veranstaltung, die ich weiter besuchen werde – auch wenn das Schneechaos etwas genervt hat. Ich durfte sogar im Rahmen von „Leipzig liest“ in richtig toller Atmosphäre in der Leipziger Innenstadt aus „Opfermond“ lesen. Das war eine wirklich ganz besondere Erfahrung.

Ein weiteres außergewöhnliches Event war das „Festival Mediaval“, in dessen Lesezelt ich aus „Unter einem Banner“ und „Opfermond“ lesen durfte. Die Opfermond-Mitternachtslesung war besonders spannend – und trotz der Kälte hatten eine ganze Reihe interessierter Zuhörer*innen den Weg ins Zelt gefunden. Dass ich als VIP auch noch die Gelegenheit hatte, hinter die Kulissen zu schnuppern, war besonders aufregend – und ich durfte das tolle Festival ganz umsonst genießen. Was will man mehr? Vielen Dank, liebe Amandara, für deine Einladung. Es war mir ein Fest.

Natürlich durfte auch der BuCon in Dreieich dieses Jahr nicht fehlen und war wie immer ein Highlight mit vielen bekannten Gesichtern und lieben Menschen. Hinzu kamen eine ganze Reihe weitere kleiner und großer Conventions, die ich dieses Jahr besucht habe, überwiegend auch mit einem kleinen Autorinnen-Tisch oder einer Lesung: Die RPC in Köln (mit einer überraschend gut besuchten Lesung), die Comic Con in Stuttgart, die Cave Con in Aschaffenburg und das Fantasy-Festival in Schweinfurt. Darüber hinaus hat mich der Drachenzirkel zu einer kleinen, feinen Lesung nach München eingeladen, ich habe erstmals das Branchentreffen von PAN in Köln besucht und natürlich gehörte auch das jährliche Tintenzirkel-Treffen im Schieferpark dazu. Uff, in der Retrospektive war ich da doch ziemlich viel unterwegs …

Lesestatistik für 2018

Ich fürchte, an meiner Vorgabe von 25 Büchern in 2018 werde ich haarscharf scheitern, aber es sind immerhin 24 ½ geworden. Würde ich mein Recherchematerial für „Mutterschoß“ einrechnen, hätte ich die Hürde aber genommen.

Ein Vorsatz für 2018 war ja, mehr zu lesen – und dank Audible habe ich das auch mehr oder weniger gut erfüllt. Rund die Hälfte meiner 2018 konsumierten Bücher waren Hörbücher, denn diese konnte ich sehr gemütlich beim Pendeln in der U-bahn oder bei der Hausarbeit hören. Von meinen 25 (an-)gelesenen Büchern waren 11 von weiblichen und 13 von männlichen Autoren, eines war eine gemischte Anthologie. 13 Bücher sind der Phantastik zuzuordnen, 10 dem Genre Krimi oder Thriller, eines war eine Horror-Anthologie und eines ein Sachbuch.

Meine Lese-Highlights 2018 waren dabei:

  • Der Report der Magd von Margaret Atwood, eine herausragende Dystopie, die noch lange in mir nachgewirkt hat
  • Die Spiegel von Kettlewood Hall von Maja Ilisch, spannende Gaslicht-Mystery mit einer taffen Protagonistin, sehr glaubwürdig in das historische Setting eingebettet
  • Sie von Stephen King, hervorragend konstruierter Spannungsroman, der unter die Haut geht, und nebenbei auch interessante Einblicke in das Schriftstellerleben bietet
  • Der Schatten von Melanie Raabe, atmosphärisch dichter und klug aufgelöster Spannungsroman, ruhig, aber intensiv erzählt mit einer intensiven, morbiden Stimmung
Vier Buchcover in einer Reihe: Margaret Atwood "Report der Magd", Melanie Raabe "Der Schatten", Maja Ilisch "Die Spiegel von Kettlewood Hall" und Stephen King "Sie"
Lieblingsbücher 2018

Auch wenn 25 Bücher für die meisten nicht viel erscheinen mögen, ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe, 2018 die Zeit dafür freizuräumen. Wie eingangs erwähnt, bei meinem straffen To-do-Pile war das harte Arbeit.

Ausblick ins Neue Jahr

Um den Blick nicht nur in die Vergangenheit schweifen zu lassen, will ich euch am Ende noch einen kleinen Ausblick ins neue Jahr geben. Was steht denn 2019 alles so an?

Zwei Fortsetzungen zu den 2018 erschienen Romanen sind bereits in Planung. „Sand & Klinge“ wird im Sommer nächsten Jahres erscheinen, für „Unter einer Krone“ gibt es noch keinen Release-Termin, das möchte ich aber auf jeden Fall fertig schreiben. Ende 2019 geht es im Mantikore-Verlag zurück nach Ghor-el-Chras, da erscheint nämlich „Mutterschoß“, ein weiterer Dark-Fantasy-Roman im Setting von „Opfermond“. Wer bis dahin nicht mehr warten möchte, der sollte die Augen offenhalten: Noch davor wird – ebenfalls bei Mantikore – eine Kurzgeschichten-Anthologie erscheinen, die sich mit einer Nebenfigur aus „Opfermond“ etwas detaillierter auseinandersetzt.

Apropos Kurzgeschichten: Da gibt es noch mehr schöne Neuigkeiten. Schon in wenigen Wochen könnt ihr über den Münchener Drachenzirkel die Fantasy-Anthologie „Drachenmär“ erstehen, in der eine etwas augenzwinkernde Kurzgeschichte von mir enthalten sein wird (wer die Helden-WG aus dem Verlag Ohneohren kennt, entdeckt vielleicht alte Bekannte wieder). Zur Leipziger Buchmesse gibt Juliane Seidel vom queeren Blog „Like a dream“ eine Benefiz-Anthologie heraus, deren Erlös queeren Flüchtlingen zugutekommt. Darin findet ihr auch eine schwule Cyberpunk-Geschichte aus meiner Feder. Im Sommer gibt es dann voraussichtlich die Hafermann-Anthologie zum Gruseln, in der ich mich mit dem fränkischen Nachtgieger beschäftigt habe. Auch da sind viele tolle Autorenkolleg*innen beteiligt.

Szene aus einer Lesung, Tisch mit Frau in der Mitte, Roman "Opfermond" im Vordergrund
Lesung aus „Opfermond“ bei Leipzig Liest

Oh, eine wichtige Neuerung gibt es noch zum Schluss. Dieser Blog ist im letzten Jahr ziemlich eingeschlafen, das will ich 2019 wieder ändern. Meine Website wird umziehen, ich möchte sie künftig selber hosten und damit auch den Anforderungen der DSGVO gerecht werden (das war auf dieser Plattform z.B. nur durch das Abschalten der Kommentar-Funktion möglich). Wundert euch also nicht, wenn diese Seite Anfang des Jahres für eine Weile nicht erreichbar ist. Sie kommt wieder.


Ich hoffe, ihr bleibt mir als Leser*innen auch 2019 gewogen und habt Lust, mich und meine Charaktere durch das kommende Jahr zu begleiten. Ich wünsche euch noch ein paar möglichst ruhige Tage bis zum Jahreswechsel, einen tollen Start ins neue Jahr und dass eure Wünsche 2019 so gut wie möglich erfüllt werden. Achtet gut auf euch und verliert den Spaß und die Freude nicht aus den Augen!

Eure Elea